19.05.22 – 0027

vergangene Woche im Ashram wogte meine Antwort auf die Frage ob ich dort als Sevaka leben, lernen, dienen und wirken möchte hin und her, zwischen meinem Herzen und meinem Kopf.

und kaum hatte ich den Ashram verlassen, klärten sich die Fragen in meinem Kopf:

Ja. Ich will dort leben.

um durch Dienen zu lernen, mit offenem Herzen zu leben.

um Yoga zu lernen.

um für das Gute, Wahre und Schöne zu wirken.

und um zu lieben. 

Doch Swami Divyananda antwortet nicht, und mein Mangel an Geduld stellt Fragen, die meine Wunden berühren und meine Muster reflektieren. Fragen die mir nicht beantworten, warum sie nicht antwortet, Fragen die viel mehr weh tun.

Und doch sind es diese Fragen, die weh tun, die entscheidend sind, eben weil sie weh tun, und ihre Antworten helfen zu ent-täuschen.

Wir täuschen uns alle. Wir alle machen uns etwas vor, und treffen Entscheidungen, bewusst oder unbewusst in einem Spannungsfeld falscher Annahmen, guter Hoffnungen und deprimierender Ängste, und nur Erkenntnis mag Licht sein in diesem Nebel aus Gedanken und Gefühlen.

schweigende Antworten haben sich in den vergangenen Monaten ja irgendwie zu einem echtem Phänomen entwickelt, aber am Ende aller Fragen blieb und bleibt immer nur die Frage, wer ich sein will, verbunden mit der Frage, was ich tun kann, um das oder derjenige zu sein.

Im Ashram kristallisierte sich für mich heraus, dass ich nirgendwo wirklich erwünscht bin, und es von daher auch keine Rolle spielen würde, ob ich dort bliebe oder nicht. An jedem Ort werde ich mir einen Platz verdienen müssen, und so einigermaßen wird das nur funktionieren, wenn ich mein Wissen in Kraft verwandle.

Und jahrelang beschäftigte mich die Frage, warum mir das nicht gelingt.

Yoga beantwortet diese Frage.

es reicht nicht zu wissen – es gilt zu tun.

es geht um Sadhana, um das Üben, um das Praktizieren. Ums Tun.

Daraus entsteht Kraft.

Genauer gesagt, ums richtige Tun, aber auch da formuliert Yoga das Wissen um das richtige Tun.

es wäre so schön und hilfreich, könnte ich dort im Ashram hinein wachsen ins Richtige Tun, mein Wissen in Kraft verwandeln, in Sein und in Können, zu meinem und zum Wohle aller.

Aber wird Swamiji antworten?

Und wenn ja: was wird sie sagen?

Nun… wie immer die Antwort lauten oder schweigen wird: ich will sie annehmen.

ich will sie annehmen, weil es ob so oder so wieder zu der Frage führen wird, wer ich sein will, und zumindest das ‚was‘ ohnehin schon fest steht:

Liebe will ich sein

und Kunst

und Freiheit.

19.05.07 – 0117

ich bin nicht krank.

Nicht etwa weil ich das nicht wäre, oder weil tatsächlich unsere ganze Zeit und Welt krank ist. Und sehr wohl hat das Eine auch mit dem anderen zu tun, aber was hilft das? und wem?

ich bin nicht krank, weil ich den Zustand von Krankheit nicht akzeptiere, ihn nicht hinnehme, und das aus zwei Gründen.

Zum Einen erscheinen mir die therapeutischen Methoden als eher fragwürdig denn hilfreich. Ohne Zweifel: sie können hilfreich sein, aber für wen, und welche Zielsetzung, welcher Horizont und welches Weltbild stecken darin?

Soll ich rasch wieder fit werden für den Markt und unterwegs als Patient nutzbringend sein für Pharmaunternehmen und Therapeuten?

Alles irgendwo im Rahmen von Normal? Normiert?

Unser Leben, unsere Existenz und damit mein Leben und meine Existenz ist ein Wunder.

Und die Maßstäbe an denen das gemeinhin gemessen wird, schlimmstenfalls als Erfolg, bestenfalls als Glück sind beide kurzsichtig. Und verraten über Erfolg wie über Glück eher wenig.

Beides ist mehr Frage von Gnade als Mühe.

Zum Anderen, und eigentlich Entscheidenderem:

anzunehmen, ich sei krank nagelt mich fest in den Vorstellungen, die andere davon haben. Tatsächlich aber hat meine Heilung eher damit zu tun, mich von Vorstellungen zu befreien, an die mich selbst genagelt habe und habe nageln lassen.

Mein subjektiv erlebtes Außen ergibt sich aus meinem objektiv konstruiertem Innen.

Mein Glauben erschafft meine Welt.

Das ist der ‚Zaubertrick‘, nur dass es mir nie gelang dem Innen Herr zu werden, Herr meiner Gedanken, Herr meines Denkens.

Ob das überhaupt möglich ist?

Ich denke schon, wenngleich auch nur in begrenztem Maße.

Wie die meisten Menschen weiß auch ich eher, was ich nicht will, denn was ich will, definitiv aber nicht, was ich noch wollen könnte, von dem ich noch gar nichts weiß.

Und ganz konkret betrachtet sind es bei mir Gedanken der Wert- und Sinnlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit, die sich in allerlei Gewändern getarnt immer wieder Zugang zu meinem Bewusstsein verschaffen.

Erlebtes Leid, vergebliche Liebe, Verlassenheit, eingebrannt in Körper und Gefühl, tausendfach erklärt, ein nimmer endendes Echo, jedes Empfinden und Betrachten eine negative Verstärkung.

Inzwischen bin ich soweit anzunehmen, alles und jeder lehne mich ab.

Das ist Unsinn, und ich weiß das.

Trotzdem ist dieses Gefühl schwer zu bändigen.

Warum ist das so?

Ich mag nicht glauben, es läge nur an einem unausgewogenen Verhältnis der Neurotransmitter.

Oder verdrängtem Erleben, einer bescheidenen Kindheit, einem Mangel an griffigen Analysen, oder inadäquater Bewältigungsstrategien.

All das spielt zwar eine Rolle, aber ich denke, entscheidend ist meine Kompetenz und Stärke selbst zu wollen, und zu wissen, wer ich selbst sein will, und zwar soweit als möglich unabhängig vom sozialen Kontext. Eine Stabilität, die sich nicht erschüttern, biegen oder brechen lässt, die sich nicht anpasst, an nichts und niemanden, ein Ich, das bleibt.

In dieses Ego muss ich einziehen.

Ist das Größenwahn? oder Hybris?

vermutlich wäre es das ginge es mir um Wiederfahren, um Resonanz, um Erfolg. Aber es gibt kein Recht auf Gnade, vielleicht aber auf Glück? Nicht auf ein Glück, das von außen kommt, sondern jenes, das dem Leben inne wohnt?

auf jeden Fall gibt es ein Recht sein Leben einem Gedanken zu widmen, einem Tun. 

und Tat und Gedanke sind mir schon lang bekannt: Liebe, Kunst und Freiheit.

Allein von den Gedanken, was das zu bringen hat, was es bewirken soll, muss ich mich lösen, soll es etwas bringen, etwas bewirken. 

Liebe will Lieben, nicht Beziehung.

Kunst will zeigen, nicht darstellen.

Und Freiheit Bewusstsein, nicht Macht.

Meine ganze Krise ist Chance. Chance daran ein- und unter zu gehen, oder zu verstehen und umzusetzen.

ich bin nicht krank – ich bin ich.

19.04.30 – 2250: Walpurgisnacht

suchen, finden? wen? wozu?

ich bin nicht der, der ich sein will, noch nicht. und auch das ist eine vielschichtige Angelegenheit, denn kein Mensch ist eine Insel, oder doch?

Ist doch jede Insel, gleichwohl von anderen Inseln durch den Ozean getrennt, durch die Erde selbst verbunden mit ihr und allen anderen.

ich wünschte mir eine Gefährtin, einen gemeinsamen Weg durch dieses spannende Leben, diese spannende Welt.

ein Füreinander-Sein, Erfüllung…

aber liegt dem Gedanken an Fülle nicht schon der Mangel gegenüber?

bedingt das eine das andere?

Ob es nun Defizite meinerseits sind, und die sind fraglos vorhanden, oder ob es Schicksal ist, Karma, Vorsehung oder Aufgabe: aus meiner Suche wurde kein Finden, und ich will das akzeptieren.

Unbenommen bleibt mir der Gedanke, dass ich gut bin, wie ich bin, aber gut genug für andere Menschen? Für einen anderen Menschen? Für mich selbst?

Ich werde mir vermutlich nie selbst genug sein, aber diese Welt und dieses Leben in ihr sind so komplex und so wunderbar. Das wird mir genug sein, auch ohne Liebesbeziehung, ohne ein Du, ohne ein Wir.

Es tut weh, aber ich will die Einsamkeit umarmen.

Vielleicht gibt es auch keinen anderen Weg Eins-Sein zu erfahren, vielleicht gilt das aber auch nur für mich?

Ich weiß es nicht. Ich bin nur einer von Unzähligen in einem Kosmos, der schwer zu erkennen ist, nur eine Insel.

19.04.25 – 0123

ich bin so enttäuscht, dass ich es nicht in Worte fassen will. unweigerlich folgen auch so schon Gedanken, die mein Herz in die Tiefe ziehen.

Konstruktiv, nein eher operativ ist die Frage worin genau ich mich täusche und täuschte.

Schmerzen in meinen Fingern weisen mich auf den gefrässigen Abgrund des Selbstmitleids hin, und ich will das Spezielle nicht verallgemeinern.

ich will gestärkt aus all dem hervor gehen, mittiger, zentrierter, verbundener, und nicht verwundeter, als ich eh schon bin.

und hey: ich habe mir gestern Inliner zugelegt, und letzte Nacht, nun ja – eher an, als ausprobiert.

Als Kind hatte ich mir mal sehnlichst Rollschuhe gewünscht, und auch bekommen. Allerdings hat mir nie jemand gezeigt, wie man damit fährt. Protektoren gab es damals noch gar nicht, und nachdem jeder Versuch von mir immer schnell auf den Knien oder dem Arsch endete, hatte ich die Sache ziemlich schnell aufgegeben. Selbiges übrigens bei Schlittschuhen. Da war ich elf oder zwölf, und nachdem ich sogar an der Bande mich festhaltend dauernd nur hingefallen bin, beschloss ich ’sowas‘ künftig sein zu lassen. Man muss sich wirklich nicht körperlich schmerzhaft zur Zielscheibe von Spott und Gelächter machen. 

Auf die Idee Inlineskating zu lernen, kam ich erst Jahre später. Ich kann gar nicht sagen, wann das war. Irgendwann stand es auf meiner Bucket-List (auf der übrigens noch einiges steht).

Und nun hat mein Töchterchen von ihren Großeltern zu Ostern Rollschuhe bekommen. Aber niemanden, der ihr zeigt, wie es geht – außer mir.

Nachdem sie am Sonntag damit gestürzt ist, und ich wenig mehr tun konnte, als sie zu trösten und sie zu einer unspezifischen Gleichgewichtsübung anzuleiten, habe ich ihr versprochen, es mit ihr zusammen zu lernen.

Unserer Zeit und Youtube sei Dank, gibt es heute im krassen Gegensatz zu meinen persönlichen Erfahrungen sogar Anleitungen für Leute die das nicht auf Anhieb können. 

Danke lieber Gott für das Internet.

19.04.20 – 0220

was ein wunderschöner Tag 🙂

und ich?

ich schlafe. ich schlafe den ganzen verdammten Tag lang.

und in meinem Kopf flüstert eine Stimme ‚Bring Dich um‘.

Mais non!

Carpe Noctem!

es gibt so viel aufzuräumen!

19.04.19 – 0140

die Nacht vibriert – es ist Vollmond, aber ich habe den Eindruck, das betrifft nur mich allein.

das wäre eine gute Nacht zum Tanzen, allein allein allein…

19.04.18 – 0100

meine Laune bessert sich endlich, trotz diesem, aber weil jenem.

spielt es eine Rolle warum?

Ja, natürlich tut es das.

Die unerledigten Dinge belasten mich, und verstellen mir den Blick auf meine Vision. Außerdem bin ich verliebt, ein wenig.

Sie hat bemerkenswerte Augen.

Spielt das eine Rolle?

Oh ja. Mehr als alles andere interessiert mich bei Frauen, was ihre Augen zum Ausdruck bringen.

ich glaube wir könnten tollen Sex miteinander haben, aber ich kann und will das ja auch nicht von Liebe trennen.

Ab hier könnte man es als kompliziert betrachten, weil ich es uns mit dem einen oder anderen verbauen könnte, allerdings denke ich mir dazu:

bleib locker

19.04.17 – 0000

meine Obdachlosigkeit eilt mir mit großen Schritten entgegen. in zwei Wochen schon bin ich ohne Dach über dem Kopf, wobei ich meine Dusche jetzt schon vermisse. ich halte sogar schon unterwegs nach Bächen Ausschau, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Autofahren darf ich ja nicht mehr, dh ich darf zwar Auto fahren, aber nicht mehr mit meinem Auto. Wie ich vermutet habe, sind schon Leute beauftragt, mein Fahrzeug still zu legen. Sie haben es nur noch nicht gefunden. Sei‘s drum, aber in einem fiktiven Gespräch werde ich gefragt, wo ich wohne, und ich antworte ‚Nirgendwo‘.

‚Wie? Nirgendwo?‘

was soll ich dann antworten?

‚ich bin obdachlos‘

ist das so? rein technisch betrachtet würde das stimmen, aber die Erklärung die damit mit schwingt gefällt mir nicht.

ich bin heimatlos.

ich habe kein Zuhause mehr.

Zuhause ist für mich ein Ort, wo Menschen sind, die ich liebe und die mich lieben.

Zuhause ist für mich ein Ort im Herzen.

Das sind spannende Zeiten, die auf mich zu kommen.

19.04.15 – 0300

Suizidgedanken. wie Wespen. immer da. mal näher, mal ferner. manchmal den halben Tag präsent, an anderen Tagen frage ich mich, warum ich sie heute noch nicht gedacht habe.

Ein Selbstmord sollte Stil haben, finde ich, und ich hab mir Ewigkeiten darüber den Kopf zerbrochen, wie ich mein Leben in Würde ablegen kann. 

Akzeptabel erscheint mir einzig die Möglichkeit, das in den Bergen zu tun, meditierend. Sollte es gelingen, einfach nicht mehr zu atmen, dann wäre das eine außerordentliche Leistung. Unwahrscheinlich, dass das gelingt, aber vielleicht könnte man in Gegenwart der Majestät eines Berges, der Kraft der Sonne oder der Herrlichkeit der Sterne, und Angesichts von Hunger, Durst und Kälte mit einem letzten Atemzug bewusst aufgeben?

Das hätte Stil, denn es würde bedeuten das Leben wirklich aufzugeben, anstatt es gewaltsam zu beenden.

Und dann?

macht das einen Unterschied?

kann man seinen Problemen, seiner Verzweiflung oder seinem Karma entfliehen?

oder geht das Drama nach dem letzten Atemzug ‚drüben‘ gerade weiter? und mal außer Acht gelassen, welchen Alptraum das bedeuten kann: was ist mit dem nächsten Leben?

Fängt das dann gerade da an, wo dieses endete?

Um das aber auch mal deutlich zu machen: die Selbstmordgedanken, die mich umschwirren, sind keine Selbstmordabsicht.

Vielmehr beabsichtige ich noch lange Yoga zu praktizieren, so intensiv und so viele Menschen und Lebewesen zu lieben, wie möglich und einige Texte zu schreiben. und meiner Tochter der beste Vater zu sein, der ich sein kann.

Nur sonst ist halt nicht mehr viel an Absicht übrig.

Eine Partnerschaft, eine Liebesbeziehung?

Kann man das beabsichtigen?

Anstreben vielleicht, ja.

hab ich ja lang genug getan. ohne Erfolg, oder genauer gesagt bestand der Erfolg darin, dass mir meine Motivation dafür klar wurde.

Da ist zum Einen natürlich mein Sehnen nach einer erfüllenden Sexualität. Aber die hat sich noch nie wirklich erfüllt. warum sollte sie das jetzt tun?

Allerdings hat es sich als sehr spannende Sache erwiesen, auf Orgasmen zu verzichten. Tease & Denial wochenlang. Stundenlang Sex mit mir selbst (auch schon bedenklich), aber vor allem die Energie, die sich in meinem Unterleib ballt und mir bis in die Fingerspitzen kriecht.

Ich bin ganz Sex, in allem.

Ob das gut ist? oder sinnvoll?

vermutlich nicht, aber es fühlt sich besser an als zu kommen.

Orgasmen fühlen sich für mich inzwischen furchtbar an, weil da niemand ist, der mich hält, niemand den ich spüren kann, nur Alleinsein, das in solchen Momenten aber auch flugs in tiefste Einsamkeit umschlagen kann.

Das ist der andere Punkt:

mein Wunsch nach Halt, mein geliebt werden wollen. Das hat zwar nicht nur, aber auch mit einem Mangel an geliebt werden in meiner Kindheit zu tun.

Nehme ich noch die Tatsache hinzu, dass mir die wirtschaftlich-materiellen Aspekte meines Lebens weitgehend entglitten sind, dann liegt der Gedanke nahe, dass ich mich schlichtweg für eine partnerschaftliche Liebesbeziehung disqualifiziert habe.

Aus einer noch deprimierenderen Perspektive liesse sich fragen, ob ich es nicht wert bin, geliebt zu werden, aber ich erkläre diese Frage für ungültig.

Liebe ist das Wesen Gottes. Sie steht und fliesst jenseits von Wertvorstellungen. Auch wirtschaftlich oder moralisch fragwürdigere Menschen als ich werden geliebt und lieben.

Letztlich aber ist es vielleicht auch nur das Lieben, weil das irgendwo noch in meiner Hand oder meinem Ermessen liegt.

Das hängt auch mit meiner verqueren Sexualität zusammen, aber ich liebe gern. Ich schenke Menschen gern ein Lächeln aus Herzen und bin auch gerne für andere da. Ziemlich unabhängig von Fragen nach Beziehungsstatus.

Und ich tanze, mitten in der Nacht, bin das Glück selbst, und liebe die ganze Welt.

In verlassenen Räumen singe ich und bete, auf dass die Echos dieses Tuns die Herzen jener erreichen, die mir folgen. In der Yogaschule habe ich mit Seife ein Herz ans Fenster der Dusche gemalt, weil dort heute vielleicht eine Tempeltänzerin geduscht hat, die vergangene Nacht dort schlafen wollte.

das Sample eines Fanta4-Tracks fällt mir ein:

‚Du hast einen gewaltigen Sprung in der Schüssel, weißt Du das?‘

Ja, kann sein. Sicher kann man das so sehen, aber ist das ein hilfreicher Gedanke? und wem hilft er?

meinem Sinn für *räusper* Realität?

ich bin teilzeitglücklich.

und teilzeittodtraurig.

ist halt so.

ich hab in meinem Noch-Zuhause ’ne ganze Packung Zoloft liegen, aber ich werd den Scheiß nicht schlucken. Ich bin weder depressiv noch bipolar. ich ticke einfach nicht mehr in der Kategorie ‚richtig‘, und muss selbst sehen, was ich daraus mache. Hilfe, ja die werde ich brauchen, aber keine, die mich pathologisiert. Wenn ich die Verantwortung für meinen Geisteszustand in die Hände des ‚Systems‘ lege, dann bin ich erledigt.

Das ist meine Verantwortung und im weiteren wie engeren Sinn eine Frage von Raja-Yoga, dem Yoga der Gedanken.

Und wo ich mich schon anmaße, über Raja-Yoga zu schreiben:

was ist mit diesen Selbstmordgedanken?

nicht gerade yogisch, oder? und recht weit entfernt von Kontrolle.

Aber auch wenn das noch nicht präzise sortiert ist, so fallen mir doch verschiedene Begleitumstände auf. Müdigkeit zum Beispiel. Selbstmitleid sowieso, vor allem aber diese fragwürdige Konstruktion von Selbstwertgefühl, die stets darunter leidet, wenn ich mir etwas vornehme, das ich dann nicht schaffe, oder etwas erledige, das mir keine Freude bringt.

Vielleicht ist mein Leben gegenwärtig ein Rückzugsgefecht, aber es ist immer noch ein Gefecht, und in meinem Bauch strahlt immer noch das Feuer der Unbeugsamkeit.

Ich gebe nicht auf – niemals.

19.04.14 – 0200

da ist so viel Erschöpfung in mir, und schlafen hilft nicht mehr. ich könnte jede Nacht 8 Stunden schlafen und tagsüber noch mal 4.

Halte mich selbst im Arm. Lege imaginierte Arme von hinten zwischen Brust und Schlüsselbein, halte mich fest, und sobald mein Rücken warm wird, entschwindet mein Bewusstsein. ich falle dann direkt ins Träumen, und andauernd erkläre ich was, und mir wird etwas erklärt, aber wenn ich aufwache zieht mich die Welt immer so schnell in sich hinein, dass ich nichts davon behalten kann.

Und alles wirkt mehr und mehr irreal.

Ist das schon Bardo?

Inzwischen vermute ich, dass wir alle in Wahrnehmungen fixiert sind, die weit mehr mit Träumen, als mit ‚echter Realität‘ zu tun haben.

an diese Vermutung hängen sich meine Beobachtungen in der S-Bahn an. Fast jeder dort hält ein Smartphone in Händen. Etliche schliessen sich akustisch aus. Interessant auch zu beobachten wie oft die Menschen ihre Geräte aus- und kurz darauf wieder einschalten. Als ob ihnen gerade einfällt womit sie sich noch ablenken könnten.

Und ja klar: das schreibe gerade ich, und natürlich schreibe ich das auf dem iPhone.

Nun, bevor ich jetzt schlafen gehe, mach ich noch mal Pages auf, um zwei Worte Bildschirm füllend zu formatieren:

wach auf